13. April

BRD 1968
Regie: May Spils
Drehbuch: May Spils, Werner Enke
80 Min., 35mm
Mit Werner Enke, Uschi Glas, Henry van Lyck, u.a.

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Als Vorfilm zeigen wir der Kurzfilm „Manöver“ (BRD 1966), Regie: May Spils.
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Martin (Werner Enke) ist weder Ideologe noch Revolutionär, sondern einfach ein praktischer Anarchist, der sich jeder Autorität verweigert und in Frieden leben will. Wäre da nicht sein Freund, der glücklose Schauspieler Henry (Henry van Lyck), dann wäre er an seinem 25. Geburtstag wohl kaum aus dem Bett gekommen. Doch Henry, der das Desinteresse seines Freundes an den Dingen des Lebens nicht verstehen kann, zwingt Martin, der in der Nacht zuvor einen Einbruch und Diebstahl beobachtet hat, zur Polizei zu gehen. Damit setzt er eine Kette von Ereignissen in Gang, in deren Verlauf der „Pseudophilosoph“ Martin die fast ebenso eigenwillige Barbara (Uschi Glas) kennen lernt. Die Stunden mit ihr sind für ihn, der davon überzeugt ist, dass es böse enden wird, ein Geschenk des Schicksals, das ihn letztlich aber auch nicht von seinem selbstzerstörerischen Weg abbringen kann.

Als „Zur Sache, Schätzchen“ 1968 in die deutschen Kinos kam, war der Film nichts weniger als eine Sensation, und wurde als Ausdruck des Lebensgefühls der 68er-Generation verstanden, die auch das von den FilmemacherInnen neu geschaffene Vokabular („fummeln“, „abgeschlafft“) und einige der Redewendungen („Es wird böse enden …“) aufgriff. Die unbekümmerte Forschheit, mit der die junge Filmemacherin ihre Geschichte aus dem Leben eines modernen Taugenichts‘ realisiert hat, war damals beispiellos im deutschen Kino und ist immer noch unerreicht. May Spils ging es, anders als Godard bei „Außer Atem“, nicht um eine Revolution. Sie wollte nur, wie sie selbst einmal bekannt hat, „endlich die Langeweile aus den Kinos vertreiben – denn das haben die Herren vom Jungen Deutschen Film bisher kaum geschafft“.