10. Februar

BRD 1985
Regie und Drehbuch: Leo Hiemer mit K. Gietinger
98 Min., 35mm
Mit Walter Neuber, Luise Zodel, Norbert Hauber, Anni Raps u.a.

Daheim sterben die Leut? – Nein, im Film stirbt niemand und „beim Postwirt ist die letzten 80 Jahre auch keiner mehr gestorben!“ stellt Opa Allgeier schlitzohrig fest. Also alles in Ordnung? – Mitnichten! Eine Fernwasserleitung muss her – jedenfalls wenn es nach dem Landrat geht. Bauer Hans Allgeier aber ist dagegen, weil er eine eigene Quelle besitzt. Doch die Quelle versiegt und die Wasserspiele können beginnen: der Pfarrer fällt ins Wasser und sieht seine Felle schon davonschwimmen, ein Gesundbeter verspritzt Weihwasser gegen den Teufel und den Landrat, der prompt von einem grässlichen Harndrang befallen wird. Und wenn Stadtfrau und Bauernbub miteinander nächtigen, scheint sogar der Teufel seine Hand im Spiel zu haben… – Aber das Imperium schlägt zurück und Bauer Allgeier gerät immer mehr in den Schlamassel. Am Schluss ist nichts mehr wie es war und das Ende der Tradition gekommen.

Der Kampf Bauer Allgeier’s gegen eine Zentralisierung der Wasserversorgung entwickelt sich zum grotesken Duell zwischen Stadt und Land, Tradition und Fortschritt, Bauernschläue und Behörden-Dummheit. Die kritische und zugleich liebevolle Darstellung bundesdeutscher Provinzwirklichkeit besitzt Witz und Originalität. Der ideenreiche „Heimatfilm“ ist voller boshaftem Charme!

„Hintergründige Mixtur aus Politik, Sozialstruktur, Aberglauben, Alt-Bauern-Charme und freier Liebe.“ (Münchner Abendzeitung)

„…gegen Kirche, Staat und Autorität. In beleidigender Weise degoutant.“  (Aus der Ablehnungsbegründung der Filmförderungsanstalt FFA von 1983)

„ Eine Satire über Bizarre Bräuche, Obrigkeitshörigkeit und Bigotterie im Allgäu.“ Der Spiegel