DONNERSTAG, 12. Januar (Zusätzlicher Termin!)

Mexiko/USA 2008
53 Minuten, DVD, Englisch/Spanisch mit jeweils englisch-spanischen Untertiteln
Regie: Yolanda Cruz

Die Regisseurin ist anwesend und steht im Anschluss an den Film für Diskussionen zur Verfügung

„2501 Migrants“: Kunst und community im Spannungsfeld globaler Migration

Die trauernde Mutter, der von der Tochter nach deren gescheitertem Vorhaben, die US-mexikanische Grenze mit Hilfe eines coyote zu überqueren, nur die Enkelin geblieben ist… die Dorfjugend, die vom ansässigen Künstler mit allerhand Schlichen als Assistenten für seine Werkstatt rekrutiert wird… wie auch der Meister selbst, Alejandro Santiago, für den die Entvölkerung seines Heimatdorfs Teococuilco (Oaxaca) Anlass war, sein über Jahre angelegtes Großprojekt mit wahrhaft herkulischer Energie voranzutreiben:
Wie in allen Filmen der mexikanisch-indigenen Regisseurin Yolanda Cruz (* 1974) haben sich auch in die Biografien der Protagonisten von „2501 Migrants“ jene komplexen politischen und sozio-ökonomischen Interdependenzen eingeschrieben, die die Beziehungen zwischen Mexiko und seinem nördlichen Nachbarn seit jeher charakterisieren. Die migrantes, jene in Gemeinschaftsarbeit entstandenen 2501 anthropomorphen Skulpturen in Lebensgröße, verweisen dabei nicht nur auf die Leerstelle, die die andauernde Abwanderungswelle aus den indigenen communities hinterlässt. Sie – wie auch der Film selbst – stehen für den Versuch, all denjenigen ein Gesicht zu geben, die, veranlasst durch Armut und Chancenlosigkeit und die Verheißung eines vermeintlich besseren Lebens, wortwörtlich alles aufs Spiel setz(t)en.

Daneben thematisiert „2501 Migrants“ das Bestreben Santiagos wie auch Cruz’, als Geschichtenerzähler, Mentoren und Lehrer künstlerische Arbeit im Spannungsfeld zwischen individueller Vision und den konkreten Belangen ihrer mexikanisch-indigenen communities zu realisieren. Die migrantes und der Film über sie sind somit auch im Sinne von Faye Ginsburgs (1994) Diktum von cultural activism zu verstehen, einer stetigen Überwindung historischer Brüche von Zeit, Raum und Sprache, sowie der fortwährenden Konstruktion von Identitäten und Narrativen, die Gegenwart, Vergangenheit, und Zukunft zu verbinden suchen.

„2501 Migrants“ ist der letzte von Yolanda Cruz’ insgesamt sieben mehrfach ausgezeichneten Dokumentarfilmen und war auf zahlreichen Festivals und Museen in den USA, Mexiko und Europa zu sehen. Dies ist seine deutsche Kinopremiere.

Yolanda Cruz, eine Chatina aus Oaxaca, studierte Filmregie und -produktion an der School of Film and Television der University of California at Los Angeles/UCLA. Momentan arbeitet sie an ihrem ersten Spielfilm, einer Komödie mit dem Arbeitstitel La Raya.

In Zusammenarbeit mit der Universität Bielefeld, InterAmerikastudien und Institut für die Literatur und Kultur Nordamerikas.

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