09. Dezember

USA 1985, 78 Minuten, 35mm, Farbe/sw, OmU
Regie: Gus Van Sant
Mit Tim Streeter, Doug Cooeyate, Ray Monge

Walt, der Verkäufer eines kleinen Ladens in Oregon, ist unsterblich verliebt. Objekt seiner Begierde ist ein junger Mexikaner namens Johnny. Der befindet sich illegal in den USA und hat ganz andere Probleme. Für ihn und seinen Freund Pepper ist es schwer, die drei Dollar für das schäbige Zimmer aufzubringen oder sich einmal satt essen zu können. Genau dieses Leid macht sich Walt zunutze. Er lädt Johnny und Pepper zu einem Abendessen ein und will sich mit 15 Dollar eine Liebesnacht mit seinem Angebeteten erkaufen. Der lehnt ab und macht damit den Weg für Pepper frei, der sich das Geld nicht entgehen lassen will. Als Johnny eines Tages verschwindet, intensiviert sich die Beziehung zwischen Walt und Pepper. Walt lässt den mittellosen Mexikaner bei sich wohnen – natürlich nicht ohne eine Gegenleistung zu verlangen. Als Johnny endlich wieder kommt, ist nichts mehr wie es war.

Gus Van Sant ist 1985 mit seinem Spielfilm-Debüt ein bemerkenswerter Film gelungen, in dem es um Liebe, Macht, Abhängigkeit und kulturelle Gegensätze geht, und der als Schlüsselwerk des “new queer cinema” gilt. Der Film gewann 1997 das Los Angeles Independent Film Festival. Van Sant erzählt die auf den privaten Aufzeichnungen des Schriftstellers Walt Curtis basierende Geschichte in grobkörnigen Schwarz-Weiß-Bildern, die auf 16mm gedreht wurden und in der Kameraführung, der Lichtgestaltung ebenso wie in dem rebellischen Lebensgefühl stark an die 50er Jahre erinnert, zugleich aber auch in ihrer Entstehungszeit verhaftet ist: Eine Momentaufnahme aus dem Portland und der nördlichen US-Westküste der 80er, der grassierenden Orientierungslosigkeit der »Generation X«, und damit ein Dokument eines Zeitgeists, in dem Gefühle von Desorientierung und Fragmentierung dominieren.

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