11. November

USA 2000, 102min, 35mm
Regie: Mary Harron
Mit Christian Bale, Willem Dafoe, Chloë Sevigny

New York in den 80er Jahren – Patrick Bateman ist jung, gut aussehend und erfolgreich. Wie Bateman sein Geld verdient bleibt unklar, jedenfalls bleibt ihm genug Zeit sich ständig mit seinen Arbeitskollegen in den angesagtesten Restaurants zu treffen. Banalitäten wie Visitenkarten oder die Möglichkeit einen Tisch in einem noch angesagteren Restaurant zu reservieren, haben in Batemans Kreisen existenzielle Bedeutung. Um der Leere um ihn herum zu entfliehen, steigert sich Patrick Bateman in immer exzessivere Gewaltfantasien.

Bret Easton Ellis Skandalroman American Psycho galt aufgrund der extremen Gewalt lange Zeit als unverfilmbar. Regisseurin Mary Harron verzichtet in ihrer Interpretation allerdings auf explizite Gewaltdarstellungen und setzt, die in der Romanvorlage häufig übersehenen, satirischen Elemente der Geschichte in den Vordergrund.

American Psycho ist ein Film über einen Serienkiller, aber kein Serienkiller-Film geworden. Auf Suspense setzt Harron nicht, vielmehr wird damit gespielt, dass man das Buch kennt, dass man weiß, dass Bateman ein Killer ist, und dass er nicht erwischt werden wird, schließlich, dass man die 80er Jahre kennt. Keine Mainstream-Konzessionen. In klinischer Kälte zeigt der Film moralische Korruption, Gier, Konsumfetischismus. Statt eines Thrillers oder einer Psychostudie entstand so eine düstere Komödie, die es vermeidet, allzuviel Gewalt zu zeigen. Gelegentlich fühlt man sich an Kubricks A Clockwork Orange erinnert, doch der Ton bleibt ein ganz eigener. Zu vielem hätte man diese Vorlage verarbeiten können; Mary Harron verzichtetete auf die Hüllen und griff nach dem Kern.Rüdiger Suchsland

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