14. Oktober

Frankreich 2000 90min, 35mm, OmU
Regie: Tony Gatlif
Mit Bobote, Antonio Canales, Juan Luis Corrientes

Im Süden Spaniens: Der stolze Roma Caco kann den frühen Tod seiner Tochter nicht verwinden. Für ihn ist der Flamenco die einzige Möglichkeit, um seiner Trauer und Ohnmacht Ausdruck zu verleihen. Zusammen mit seinen Freunden versucht er sich an ausschweifenden Festen, Tanz und Gesang zu berauschen. Ihm zur Seite steht sein behinderter Neffe Diego, dessen unschuldige Zuversicht im Kontrast zu Caco’s wilder Traurigkeit steht. Doch der Junge ist in Gefahr: Caco’s Bruder Mario hat ein Mitglied der Caravacas-Familie getötet, die nun auf Blutrache sinnt.
„Vengo“ bedeutet frei übersetzt etwa „Ich nehme Rache“. Vergeltung, Ehre und Eifersucht sind laut Regisseur Gatlif fester Bestandteil der südländischen Tradition: „Ich selbst wurde hineingeboren in diese Kultur des familiären Zusammenlebens und des instinktiven Handelns. Ich habe ‚Vengo‘ im Blut. Meine eigene Person habe ich völlig zurückgenommen und gleichzeitig kein Tabu mehr gelten lassen. So gelang es mir, mich frei auszudrücken.“ (www.kino.de)
„Vengo“ fokussiert sich auf die andalusische Zigeunerkultur und zeigt vor allem ihre Menschen, wie sie reden, feiern, leben und sterben. Tod und Leben sind zwei zentrale Motive des Filmes, die sich gerade in der Figur des Caco besonders deutlich spiegeln: auf der einen Seite gedenkt er immer wieder seiner Tochter an ihrem Grab, auf der anderen Seite stürzt er sich mit seinen Freunden in fröhliche Trinkgelage und wird vom Flamenco beherrscht. „Vengo“ ist zu einer der wohl persönlichsten Arbeiten von Tony Gatlif geworden..