21. Oktober

Vereinigtes Königreich 1986, 93min, 35mm, OmU
Regie: Derek Jarman
Mit Nigel Terry, Sean Bean, Tilda Swinton

Derek Jarman verfilmt das Leben des ersten großen Malers des italienischen Frühbarock: Michelangelo Merisi Caravaggio als Teilnehmer eines Liebes-Dreiecks-Melodrams, in dem das Leben und die Kunst zusammenfließen. Ohne Anspruch auf bibliographische oder historische Detailtreue spürt Jarman der Obsession des Malers nach und rekonstruiert dessen Biographie aus den Gemälden, von denen er ein knappes Dutzend für seinen Film nutzt. Dabei rückt Jarman die Filmische Biografie des Malers bewusst in die Nähe Pasolinis oder Genets und erzählt mindestens genauso viel über den Künstler Derek Jarman (der selbst Malerei studiert hat) wie über den Barock-Maler: Beide haben zu Lebzeiten mit ihrem künstlerischen Werk sowohl großen Einfluss ausgeübt, als auch für Aufregung gesorgt. Nicht wenige Zeitgenossen nahmen an der kontroversen Ausstrahlung der Werke und an der ständigen Provokation der moralischen Sitten des Entstehungskontextes Anstoß.
Ein innovatives, ästhetisch beeindruckendes mediales Meisterwerk, gewaltig und gewalttätig, zeitlos schön.