16. September

F 1950, 95min, 16mm, FmeU
Regie: Jean Cocteau
Mit Jean Marais, François Périer, Maria Casares

Der Tod ist weiblich und sie will Orpheus. Ein Cafe in Paris: der junge und talentierte Dichter Orpheus wird Zeuge, wie sein Rivale getötet wird. Als eine mysteriöse Prinzessin und ihre Handlanger die Leiche fortschaffen wollen, soll Orpheus sie begleiten: direkt in das Reich der Toten. Fasziniert vom Jenseits und seiner Herrin entfernt sich der junge Poet immer weiter von der wirklichen Welt, als seine Frau Eurydike ermordet wird…
In „Orphée“ widmet sich Cocteau (nach „Das Blut eines Dichters“) ein zweites Mal dem Mythos um Orpheus und Eurydike. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger wird Orpheus hier als Poet im Zwiespalt zwischen den Vor- und Nachteilen seiner Popularität dargestellt: „Das Wiedererkennen von Orpheus‘ Person birgt zugleich Annehmlichkeiten (ein Polizist erkennt Orpheus und lässt ihn ohne Ausweiskontrolle passieren) und Potential für Gefahrensituationen (als Orpheus des Mordes verdächtigt wird, kann er sich kaum an öffentlichen Plätzen aufhalten, da man ihn sofort wiedererkennen würde oder seine Präsenz durch viele Fans Aufsehen erregen würde).“ Björn Last, filmzentrale.com

Der Regisseur versetzt die Geschichte in das zeitgenössische Frankreich der 50er Jahre und verwebt mythologische Motive mit modernen Elementen. So wird beispielsweise ein Spiegel zur Pforte ins Totenreich und ein Autoradio dient zum Empfang von poetischen Botschaften von dort.
Das Offkino freut sich, Ihnen diesen inzwischen rar gewordenen Film, in der seltenen französischen Originalfassung mit englischen Untertiteln präsentieren zu dürfen.