2. September

USA 1953, 67min, 35mm, OV
Regie: Ed Wood
Mit Ed Wood, Bela Lugosi, Dolores Fuller

„Glen or Glenda“ ist ein ganz besonderer, außergewöhnlicher Film und das in mehrerer Hinsicht. Er handelt von Transsexuellen und Transvestiten im Amerika der 50erJahre und es ist ein Film von Ed Wood. Und bei Ed Wood weiß man was einen erwartet: Ein Feuerwerk an Dilettantismus!
Und man wird nicht enttäuscht, stellenweise ist dieser Film so grauenerregend schlecht, dass man sich wünscht diesen Schwachsinn nicht mehr mit ansehen zu müssen.  Alle Fehler oder Unzulänglichkeiten aufzuzählen würde eindeutig zu lange dauern, festzuhalten bleibt aber, dass man sich bei diesem Film köstlich amüsieren kann. Ein Spielfilm mit pseudowissenschaftlichen Kommentaren und in einem semidokumentarischen Stil, eine Mischung aus Krudem, aber auch Kreativem, eine Mischung aus ernsthafter Aufklärung und (S)Exploitation.
Edward D. Wood junior war selbst ein Transvestit, der sehr wohl wusste was dieses Verlangen für Probleme und Anfeindungen vor allen in der McCarthy Ära mit sich bringen konnte. Sein offener Umgang mit dem Thema ist angesichts der strengen damaligen US-Filmzensur erfrischend hemmungslos und die Bigotterie herausfordernd. Man merkt wie sehr diese Thema für Wood wichtig war und wie viel von seinen Herzblut in diesem Projekt steckt. „Glen or Glenda“ war geplant als ein flammender Appell für mehr Toleranz und Verständnis für Andersdenkende. Herausgekommen ist eine der grandiosesten unabsichtlichen Filmkomödien aller Zeiten aber ein Film mit viel Herz, den man entweder liebt oder hasst! Ein Ed Wood Film eben!