29. Juli

Straw Dogs
USA 1971, 118 Min., 35mm, deutsche Fassung
Regie: Sam Peckinpah
Mit Dustin Hoffman, Susan George, Peter Vaughan

Basierend auf einer wenig bekannten Romanvorlage spielt Dustin Hoffman einen belesenen, amerikanischen Mathematiker, der sich mit seiner Frau für eine Weile in deren Heimatort ins ländliche England zurückzieht. In dem idyllischen Dorf, in dem er Ruhe und Frieden suchte, wird seine Familie zum Opfer von Terror und Hass. Die Wut der Verzweiflung treibt den nüchternen Rechner in einen Blutrausch barbarischer Gewalt und muss dabei einen beängstigend wilden, brutalen Wesenszug an sich entdecken.

Anfang der 70er-Jahre kam einer von Sam Peckinpahs umstrittensten Filmen in einem folgenschweren Moment in die Kinos. Straw Dogs lief mit Dirty Harry und Uhrwerk Orange im gleichen Monat an und lieferte damit die Steilvorlage für eine verbissen geführte Debatte um Gewalt im Kino. Dass Straw Dogs für die unverblümte Darstellung von Gewalt berüchtigt ist, lässt sich aus heutiger Sicht schwer nachvollziehen. Stattdessen funktioniert der Terror auf einer psychologischen Ebene. Die Spannung und das Entsetzen werden durch den Schnitt bestimmt. Weitaus ver- störender als das tatsächlich Gezeigte, ist das, was man glaubt zu sehen. Peckinpahs Film ist eine Studie über die Mechanismen der Gewalt, eindringlich und effektvoll inszeniert und äußerst schwer verdaulich. Dabei geht es Peckinpah nicht, wie ihm vorgeworfen wurde, um Gewaltverherrlichung. Gewalt ist bei Peckinpah – im Gegensatz zum sauberen und sterilen Actionkino der heutigen Zeit – immer mit Schmerz und Leid verbunden und nie bequeme Problemlösung.