01. Juli

Deutschland 1997, 90 Min., 35mm
Regie: Dieter Schubert

Film und Zeitzeugengespräch mit Peter Finkelgruen.

Im Jahre 1942 wird der Großvater des Kölner Schriftstellers Peter Finkelgruen im KZ Theresienstadt ermordet. Der Täter, der ehemalige SS-Aufseher Anton Malloth, lebte zum Zeitpunkt der Dreharbeiten dieses Films unbehelligt in einem Münchener Altenheim und bezog Sozialhilfe. Dabei war der Mord aktenkundig und Malloth nach dem Krieg in der Tschechoslowakei zum Tode verurteilt worden. Aber die bundesdeutsche Justiz hatte seine Verbrechen bis dahin nicht verfolgt. Die Auseinandersetzung mit dem Mord an seinem Großvater ist für Peter Finkelgruen zu einer Spurensuche nach der Geschichte seiner Familie geworden. In Begleitung des Filmemachers Dietrich Schubert begab er sich auf die Reise zu Stationen ihres Lebens von Köln über München und Prag bis nach Haifa und Theresienstadt. Dazwischen lagen die Jahre im jüdischen Ghetto von Shanghai, wo Finkelgruens Vater gestorben ist. Schuberts beeindruckendes Portrait einer Familiengeschichte thematisiert die wenig bekannte Verfolgung von Juden durch die Nazis außerhalb Europas bis ins chinesische Shanghai. Darüber hinaus liefert der Film auch viel Material zur Kritik am hiesigen Umgang mit den NS-Verbrechen.

„Eine bewegende dokumentarische Geschichte über das Unbeheimatetsein und die Suche nach den eigenen Wurzeln in einer Welt, die nur zögernd Zuflucht bietet.“ (Filmdienst)

An dem Abend wird Peter Finkelgruen anwesend sein und für ein Gespräch mit dem Publikum zur Verfügung stehen. Eine Veranstaltung des OFFKINOS im Rahmen der Ausstellung „Die 3. Welt im 2. Weltkrieg“ (Ausstellungsprogramm)