08. April

Deutschland, Österreich 2005
Regie: Michael Glawogger
Musik: John Zorn
126 Min., 35mm, OmU

Am 31. August 1935 soll der sowjetische Bergmann Alexei Stachanow in einer einzigen Schicht 102 Tonnen Kohle gefördert haben. Zu seinen Ehren wird eine riesige Statue errichtet, eine Stadt und eine Bewegung nach ihm benannt.Mehr als 70 Jahre später scheint besonders in der westlichen Welt körperliche Arbeit komplett verschwunden zu sein.
Michael Glawoggers Film zeigt in 5 Kapiteln, dass das selbst im technologisierten 21. Jahrhundert keineswegs der Fall ist. Die Kamera begleitet unter anderem ukrainische Bergarbeiter in illegale Kohlegruben, indonesische Schwefelarbeiter an den Rand eines Vulkans und einen pakistanischen Bauern, der nur mit einem Schweißbrenner bewaffnet, ein ausgedientes Tankschiff demontiert. Ein abschließender Epilog zeigt, dass in Deutschland die meisten Hochöfen mittlerweile stillgelegt sind. Die einstigen Monumente der Arbeit werden jetzt als Naherholungsgebiete genutzt.

Lexikon des Internationalen Films: „Die mitunter fast circensischen Schauwerte des Gesehenen werden durch ein ausgeklügeltes Sound-Arrangement, die betörende Musik des Avantgarde- Künstlers John Zorn und durch den O-Ton des Films ebenso klug wie assoziationsreich unterstützt. Ein irritierend-visionärer Film, der nicht nur nach der Veränderungen moderner Arbeitswelten fragt.“

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