15. April

Bring Me the Head of Alfredo Garcia
USA, Mexiko 1974
Regie: Sam Peckinpah
Mit: Warren Oates, Isela Vega, Gig Young
112 Min., 35mm, deutsche Fassung

Der mexikanische Großgrundbesitzer El Jefe reagiert äußerst zornig, als sich herausstellt, dass seine Tochter von dem Herumtreiber Alfredo Garcia schwanger ist. El Jefe setzt ein Kopfgeld von einer Million US-Dollar auf Garcia aus. Der heruntergekommene Barpianist Benjamin erfährt von der hohen Belohnung, und wittert die Chance, durch das Geld seiner Verliererexistenz entfliehen zu können, und macht sich mit seiner Freundin Elita auf den Weg…

Durch die geniale Verkörperung des Antihelden von Warren Oates, der auf solche Verlierertypen spezialisiert war, erlangte der Film Kultstatus. Peckinpah war bei den Arbeiten zu seinen Filmen durch schlechte Erfahrungen mit Filmstudios zum Zyniker geworden. Diesen Film aber konnte er nach seinen eigenen Vorstellungen drehen und schneiden. Filmkritik und Kinopublikum fühlten sich provoziert, da „Bloody Sam“ Peckinpah den Film so kompromisslos und derbe inszenierte wie nie zuvor.

„Dieser Hang zu konfrontativer Respektlosigkeit spiegelt ziemlich genau die nihilistisch-rebellische Haltung eines von Alkoholismus und Frustrationen mit Filmstudios zerfressenen Sam Peckinpah wider, dessen Entwurf einer korrupten, zugrundegehenden Gesellschaft nie düsterer war als hier. Peckinpahs Protagonisten sind Außenseiter, die von der Gesellschaft ausgenutzt werden, die gezwungen sind, sich anzupassen oder sterben müssen, weil ihre Ideale eine Anpassung nicht zulassen. Sie sind in der Regel alternde Rebellen, die mal für Individualismus standen, aber für die in der modernen konformistischen Gesellschaft kein Platz mehr ist.“ (schnitt.de)