11. März

USA 1986
Regie: John McNaughton
Mit: Michael Rooker, Tracy Arnold, Tom Towles
81 Min., 35mm, OmU

Regisseur John McNaughton zeigt in einem ganz besonderen halbdokumentarischen Erzählstil, das triste Leben von Henry in Downtown Chicago. Eigentlich ein gar nicht so unsympathischer, unauffälliger Typ lebt mit seinem Freund Otis in einer schäbigen Wohnung. Otis hält sich mit Minijobs und kleinen Gaunereien über Wasser. Henry lebt in den Tag hinein und tötet Menschen wahllos und ohne Emotionen. Als die Schwester von Otis, die ihren Mann verlassen hat, bei den beiden einzieht und sich in Henry verliebt, nimmt das grausame Schicksal seinen Lauf.

McNaughton erlangte mit seinem Erstlingswerk von 1986 gleich ganz besondere Aufmerksamkeit bei Publikum und Zensoren.

Mit nur 100.000, Dollar wurde der Film produziert. Und vielleicht gerade aus der Ermangelung an finanziellen Mitteln entstand ein verstörender und zugleich faszinierender
Film. McNaughton kreiert, ohne die häufige Eindimensionalität des Genres, einen entlarvenden Blick auf die systemimanenten Abgründe einer Gesellschaft, die
Massenmörder aus ihrem Inneren gebiert.

„Im ganzen Land gibt es Menschen wie mich, die sich aufmachen, um menschliches Leben zu zerstören“ (Henry Lee Lucas)

Obendrein schafft es der Hauptdarsteller, Michael Rooker, mit seinem überragenden, intensiven Spiel, den Zuschauer das Unerträgliche hautnah spüren zu lassen.

„Der Mensch Gesellschaft; es gibt keine Erlösung, keine Sühne, keine Hoffnung. Liebe und Menschlichkeit hat Platz in nur einem Koffer! Ende.“

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