25. März

USA 2005
Regie: Werner Herzog
Mit: Timothy Treadwell, Werner Herzog
103 Min., DVD, OmU

Ed, Rowdy, Mister Chocolate – das sind einige Namen, die sich Timothy Treadwell für ein paar Exemplare der größten an Land lebenden Raubtiere ausdachte. 13 Sommer verbrachte er in der Nähe der Grizzlybären im Katami-Nationalpark in Alaska. Angst hatte er vor den mächtigen Tieren nicht – er glaubte sogar, sie seien seine Freunde. Treadwells Kritiker warfen ihm vor, die wilden Tiere wie Men schen in Bärenkostümen zu behandeln. Er selbst sah sich als sanften Krieger für die Natur und die Grizzlybären. In der Welt der Menschen schien sich Treadwell nie zurecht zu finden, jeden Sommer zog es ihn wieder in die Wildnis – bis zum Herbst 2003…

Timothy Treadwell, der Außenseiter jenseits der Gesellschaft, der mit an Wahnsinn grenzender Begeisterung ein Ziel verfolgt, ist eine typische Herzog-Figur. Fasziniert von der Geschichte des Grizzly Man versucht Werner Herzog Treadwells Wahn auf den Grund zu gehen. Er interviewt Weggefährten und Kritiker und einige Szenen werden auch von Herzog inszeniert. Für Herzog, der seine Filme nicht zwischen Dokumentar- und Spielfilm unterscheidet, ist das kein Problem. Nur die Fakten abzufilmen hält er für eine „Buchhalterwahrheit“, er selbst ist auf der Suche nach „Ekstatischer Wahrheit“. Herzogs Ziel ist es nicht, den Zuschauer durch fabrizierte Szenen zu täuschen, vielmehr akzentuiert er damit die Person Timothy Treadwell.

Werner Herzogs „Minnesota Declararion“

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