07. Januar

Otto e Mezzo
Italien/Frankreich 1963
Regie: Federico Fellini
mit Marcello Mastroianni, Claudia Cardinale, Anouk Aimée, Sandra Milo
138 Minuten, 35 mm

Vom internationalen Erfolg eingeholt, fand sich Federico Fellini Anfang der 60er Jahre plötzlich in einem kreativen Tief wieder. Zwar hatte er schon einige Themen und Ideen für seinen nächsten Film ausgearbeitet, aber ihm fiel keine rahmende Handlung dazu ein. Der Drehbeginn für den geplanten Film musste immer wieder nach hinten verschoben werden.
Fellinis simpler wie genialer Ausweg aus der Schreibblockade war, seine Schaffenskrise zum Thema seines nächsten Films zu machen. Sein Alter Ego Guido Anselmi (Marcello Mastroianni) zieht sich vor dem Erfolsdruck in einen Kurort zurück. Doch sein ewig drängender Produzent und ein neugierieger Reporter folgen ihm. Zu allem Überfluss kündigen sich seine Ehefrau und seine Geliebte zur selben Zeit für einen Besuch an. Immer wieder flüchtet sich Guido in Tagträume, Kindheitserinnerungen und Projektionen seines Unterbewusstem.

Das eigentliche Kunststück des Films ist mit welcher Leichtigkeit Federico Fellini komplexe Themen wie das Filmemachen an sich und die eigene Schreibblockade filmisch umsetzt. Dass Achteinhalb kein verkopfter, sich in seiner Selbstreflexion erschöpfender Metafilm geworden ist, liegt vielleicht daran, dass Fellini sich einen kleinen Zettel mit dem Satz „Ricordati che è un film comico“ („Bedenke, es ist eine Komödie“) an seine Kamera geklebt hat.

Der Titel bezieht sich übrigens auf die Anzahl der Filme die Fellini bereits realisiert hatte. Sechs abendfüllende Filme, zwei Kurzfilme (diese zählen jeweils als ein halber Film) und bei seinem Debüt teilte er sich den Regiestuhl mit Alberto Lattuada (also auch einhalb). Nach dieser Rechnung ist der Film Nummer achteinhalb im Werk Fellinis.

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