19. November

Deutschland 2004
Von Markus Mischkowski, Christoph Burgmer, Siddho Varza
DVD, Deutsch mit Englischen Untertiteln, 74 Minuten

Johannes Agnoli (1925-2003) war Professor für Politikwissenschaft an der FU Berlin. Als radikaler Aufklärer, kommunistischer Kritiker und „Staatsfeind mit Lehrstuhl“ sah er seine Aufgabe darin, die Menschen über die Beschaffenheit der politischen Ordnung in Kenntnis zu setzen. Mit seiner 1967 zusammen mit dem Psychologen Peter Brückner verfassten Studie „Die Transformation der Demokratie“ wurde er zu einem der wichtigsten Theoretiker der Studentenbewegung.

Der Film zeigt Johannes Agnoli im Gespräch mit Christoph Burgmer im September 2001. Es geht um Globalisierung, Neoliberalismus, die Folgen von 68 und um die Frage, was der Staat ist. Agnoli zeigt, dass der Staat notwendigerweise ein Zwangsverhältnis darstellt, das für allerlei Dinge zu gebrauchen ist, aber ganz sicher nicht für die Emanzipation der Menschen von Herrschaft und Ausbeutung. Geduldig, verständlich und unnachgiebig vertritt er die These, dass es nicht um die Humanisierung der Kapitalverhältnisse gehen muss, sondern um deren Überwindung. Gegen die heimtückische Frage, wo denn das Positive bleibe, favorisiert Agnoli die Kraft der Negation und der Subversion.

Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit der Antifa-AG der Uni Bielefeld und [association critique] und ist Teil von „Was uns beherrscht – Veranstaltungsreihe zur Kritik gesellschaftlicher Verhältnisse“.

Der Eintritt ist frei! Spenden für das Offkino nehmen wir gerne entgegen!