05. November

Italien 1961
Regie: Pier Paolo Passolini
DarstellerInnen: Franco Citti, Franca Pasut, Silvana Corsini
120 Minuten, 35mm

„Eine hoffnungslose Tragödie“ so kommentierte Pasolini selbst sein Frühwerk, in dem er den Niedergang des Zuhälters Accattone aus den Armenvierteln von Rom ebenso schonungslos realistisch wie lakonisch beschreibt. Er drehte diesen Film  mit einfachsten Mitteln und „(…) technisch gänzlich unvorbereitet, was aber durch meine Art die Dinge zu sehen kompensiert wurde. Ich hatte also die Szenen des Films derart klar vor Augen, daß ich keines technischen Wissens bedurfte, um sie zu realisieren (…).“ Obwohl Fellini, den er als Produzenten gewinnen wollte, der Meinung war, man könne so keinen Film machen, beharrte Pasolini auf seinem Stil: „ Wenn ich die Szene nochmals drehen müßte, ich würde sie genauso, in diesem Rhythmus drehen: schnell, hingeworfen, hektisch, schlampig, ohne Stimmung und Atmosphäre, den Schauspielern auf den Leib gerückt. Den ganzen Film möchte ich so drehen.“

Der Film verursachte sogleich einen Skandal. Die Altersgrenze wurde auf 18 festgelegt. Viele italienische Kinos weigerten sich, ihn zu zeigen, Kinozeitschriften schwiegen ihn tot. Besonders in Rom zeigte sich Widerstand. Kinos wurden von rechten Jugendlichen gestürmt.

„Ein Meisterwerk des italienischen Films, das durch die Aufrichtigkeit der gesellschaftlichen Beobachtung überzeugt. Die naturalistischen Bilder aus der Welt des Subproletariats fügen sich jedoch über ihre Wirklichkeitsnähe hinaus zu einer modernen Passionsgeschichte, die in ihrer Verbindung von Detailtreue und utopischer Erlösungssehnsucht beeindruckt. Ein Film voller sinnlicher Kraft und gedanklicher Tiefe.“ (Lexikon des internationalen Films)

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