Offkino - Kino in Bielefeld

Das Offkino im Filmhaus Bielefeld. Jeden Freitag ausgesuchte Filme.

Mai

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Unsere Filme im Mai - Musik -

Dandy

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18. Mai


BRD 1988
Regie: Peter Sempel
84 Min., 35mm
Mit Blixa Bargeld, Nick Cave, Nina Hagen, Kazuo+Yoshito Ohno, Rattenjenny, Campino, Dieter Meier, Sohgo Ishii, u.a.
Musik: Einstürzende Neubauten, Nick Cave & The Bad Seeds, Bach, Verdi, Abwärts, Yello, Beethoven, Schubert, ...
Drehorte: Berlin, Hamburg, New York, Tokyo, Himalaya, Marrakesch, Cairo, London, Cuxhaven, ...

** Peter Sempel wird an dem Filmabend anwesend sein! **

Frei nach Candide von Voltaire driftet der Dandy (Blixa Bergeld) in einer Collage aus Bildern, Musik und Performance von Ägypten über Indien bis Japan. Ein Film über die elementaren Fragen des Lebens, bestimmt von einer unbändigen Euphorie den Dingen und Menschen gegenüber.

Peter Sempel, der schon letztes Jahr mit seinem Film "Die Ameise der Kunst / Animals of Art" im Offkino zu Gast war, drehte vor dreissig Jahren seine ersten Punk-Filme. Ein Autodidakt mit großer Leidenschaft nicht nur für die Independent-Szene, sondern auch für Oper, Ballett und Tanz: "Just visiting the planet" von 1991 beispielsweise ist Kazuo Ohno, der damals 84-jährigen Butoh-Legende gewidmet, die ihm ebenso um dieses Porträt bat, wie auch Jonas Mekas, Nina Hagen, Nick Cave oder Lemmy von Motörhead. Zuneigung, ja Bewunderung für die Porträtierten prägen sein Werk, und er fügt selbstbewusst und ohne falsche Ehrfurcht zusammen und gegeneinander, was seiner Meinung nach zusammen und gegeneinander gehört. In unverkennbarer Weise sind seine Filme formal geprägt von szenischen Blitzgängen, harten Schnitten, detaillierten Ausschnitten, lauter Musik und frontaler Direktheit. Inhaltlich behaupten sie sich durch eine aufmerksame und intensive Betrachtungsweise, die Poesie und Anmut in die situativen Momenten bringt.
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Fahrstuhl zum Schafott

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25. Mai

Ascenseur pour l’échafaud
F 1958
Regie: Louis Malle
87 Min., 16mm, DF
Mit Jeanne Moreau, Maurice Ronet, Georges Poujouly u.a.
Musik: Miles Davis

Eigentlich ist der Plan perfekt: Julien Tavernier erschießt seinen Chef, den Ehemann seiner Geliebten Florence, nach Dienstschluss in dessen Büro und lässt die Tat wie einen Selbstmord aussehen. Doch kaum auf der Straße fällt ihm auf, dass er ein verräterisches Indiz hinterlassen hat...

Mit seinem Regiedebüt "Fahrstuhl zum Schafott" gelang dem seinerzeit erst 24 Jahre alten Louis Malle gleich zu Beginn seiner Karriere ein Meisterwerk der französischen Nouvelle Vague. Der Thriller verbindet Elemente des "film noir" und des amerikanischen Gangsterfilms zu einer düster-poetischen Studie über Schuld und Sühne, Liebe und Misstrauen, Zufall und Schicksal. "Fahrstuhl zum Schafott" zeichnet sich nicht nur durch atmosphärisch dichte Schwarz-Weiß-Bilder, sondern auch durch das einprägsame Spiel seiner Darsteller und die improvisierte Jazzmusik von Miles Davis aus, die den Szenen ihren besonderen Charakter verleiht. Der Film bringt die Sehnsucht nach einem erhofften, aber nicht erreichten Lebensgefühl zum Ausdruck, das sich in den Worten wiederfindet, die die junge Moreau in der Rolle der Florence ihrem Liebhaber zuflüstert: "...Wir werden frei sein, es muss sein."